Knorpel-Knochen-Defekte behandeln

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In unserer Klinik behandeln wir Knorpel-Knochen-Defekte am oberen Sprunggelenk individuell mit konservativen Maßnahmen und gezielten operativen Verfahren zur Knorpelregeneration.

Ursachen

Entstehung von Knorpel-Knochen-Defekten am Sprunggelenk

Knorpelschäden am oberen Sprunggelenk reichen von kleinsten Knorpelerweichungen bis zu tiefen Defekten, die neben dem Knorpel auch den darunterliegenden Knochen betreffen. Die Schäden finden sich häufig im Bereich des Sprungbeins (Talus), können aber auch den distalen Unterschenkelknochen (Tibia) betreffen.

Ein Teil der Befunde sind Zufallsbefunde und weisen keine erkennbare Ursache auf. In den meisten Fällen lassen sich die Defekte auf folgende Vorerkrankungen zurückführen:

  • Umknick-Verletzungen (Distorsionen), häufig mit gleichzeitiger Bandverletzung
  • Chronische Instabilität des Sprunggelenks durch nicht vollständig verheilte Bänder
  • Fehl- und Überlastung durch Achsfehlstellungen oder sportliche Belastung

Osteochondrosis dissecans (OD) und Osteochondrale Läsionen (OCL)

Beide Begriffe beschreiben Schäden, bei denen neben dem Knorpel auch der darunterliegende Knochen von Schäden betroffen ist. Die OD bezeichnet häufig eine umschriebene Ablösung eines Knochen-Knorpel-Fragments. OCL wird hingegen als übergeordneter Begriff für osteochondrale Verletzungen unterschiedlicher Ursache verwendet.

Symptome

Beschwerdebild bei Knorpel-Knochen-Defekten

Häufig besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Schwere des Befundes und der Intensität der Beschwerden. Ausgeprägte Defekte können nahezu symptomlos verlaufen, während kleinere Läsionen erhebliche Einschränkungen verursachen können. Das macht sowohl die Diagnose als auch die Therapieentscheidung anspruchsvoll.

Folgende Symptome können auftreten:

  • Belastungsschmerz im Sprunggelenk, teils auch nach Belastung oder in Ruhe
  • Tiefer, dumpfer Schmerz, der sich schlecht lokalisieren lässt
  • Schwellung und Bewegungseinschränkung des Sprunggelenks
Diagnostik

Diagnose von Knorpel-Knochen-Defekten

In der klinischen Untersuchung können Schwellung oder Bewegungseinschränkung des Sprunggelenks vorliegen. Der Tastbefund am Gelenkspalt kann Schmerzen hervorrufen, erlaubt aber selten eine genaue Lokalisierung des Defekts.

Wichtig ist die Beurteilung der Fußform auf Fehlstellungen wie Knicksenkfuß oder Hohlfuß sowie die Überprüfung der Sprunggelenkstabilität, da beides die Entstehung und Ausheilung von Knorpelschäden beeinflusst.

Die Diagnostik umfasst darüber hinaus eine Röntgenaufnahme des Sprunggelenks in zwei Ebenen. In dieser Bildgebung werden besonders im Bereich des Sprungbeins bereits knöcherne Defekte sichtbar. Ein CT liefert anschließend eine präzisere Darstellung des Knochendefekts.

Zur genauen Beurteilung des Knorpelschadens ist die Magnetresonanztomographie (MRT) das Mittel der Wahl. Sie erfasst neben der Knorpelläsion auch Knochenödeme und Begleitverletzungen wie Sehnen- oder Bandschäden und ist damit entscheidend für die Therapieplanung.

Konservative Therapie

Konservative Behandlungsmethoden zur Beschwerdelinderung

Asymptomatische Zufallsbefunde sowie Läsionen in frühen Stadien (Stadium I und II) können konservativ behandelt werden. Ziel ist die Entlastung des betroffenen Gelenks, die Linderung akuter Beschwerden und der schrittweise Wiederaufbau der Gelenkstabilität.

In der Akutphase können folgende Maßnahmen Linderung verschaffen:

  • Entlastung und Ruhigstellung des Sprunggelenks
  • Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel
  • physikalische Maßnahmen
  • Taping und stützende Orthesen
Operative Verfahren

Operative Behandlung von Knorpel-Knochen-Defekten

Die Entscheidung zur Operation richtet sich nach der Defektgröße, der Lokalisation, dem Alter der Patient:in und möglichen Begleitpathologien wie einer Sprunggelenkinstabilität. Sie erfordert eine individuelle Beurteilung durch einen Fußspezialisten.

  • Arthroskopie und Knorpelglättung
    Die arthroskopische Spülung und Glättung des Knorpels ist ein einfaches, minimal-invasives Verfahren. Es bietet häufig kurzfristige Beschwerdelinderung, ist aber nicht auf eine dauerhafte Knorpelregeneration ausgelegt.
  • Retrograde Anbohrung
    Bei zystischen Knochenveränderungen oder kleinen knöchernen Defekten ohne Beteiligung des darüber liegenden Knorpels kann eine gezielte Anbohrung des Defektbereichs sinnvoll sein. Der Eingriff erfolgt mit dünnen Drähten oder einem feinen Bohrer, der abhängig von der Lokalisation von der Fußseite eingebracht wird.
  • Mikrofrakturierung
    Bei der Mikrofrakturierung wird der Knochen unterhalb des defekten Knorpelareals eröffnet. Die dadurch ausgelöste Einblutung führt zur Einwanderung von Stammzellen, die sich zu Faserknorpelzellen entwickeln und so einen Ersatzknorpel im Defektbereich bilden sollen. Das Verfahren kann arthroskopisch durchgeführt werden und zeigt gute Ergebnisse bei Defekten bis etwa 1,5 cm².
  • Autologe osteochondrale Transplantation (OATS)
    Bei der OATS werden Knorpel-Knochen-Zylinder aus einem nicht belasteten Bereich des Kniegelenks entnommen und in den Defektbereich am Sprungbein eingesetzt. Zu berücksichtigen ist, dass die Entnahmestelle am Knie zu Beschwerden führen kann und der Eingriff am Sprunggelenk in der Regel eine Osteotomie des Innen- oder Außenknöchels erfordert.
  • Matrixassoziierte Verfahren (AMIC®)
    Bei der AMIC wird zunächst eine Mikrofrakturierung durchgeführt, anschließend eine spezielle Matrix auf den Defektbereich aufgebracht. Die Einblutung in die Defektzone und die Matrix sollen zur Bildung von Ersatzknorpel führen. Das Verfahren ist einzeitig, erfordert in der Regel keine Knochenosteotomie und kann über einen kleinen Zugang am Gelenk durchgeführt werden.
Nachsorge

Nachbehandlung nach operativer Knorpeltherapie

Die Nachbehandlung richtet sich nach dem gewählten Verfahren und der Defektgröße. Knorpelgewebe benötigt Zeit zur Regeneration. In der Regel wird eine Entlastungs- oder Teilbelastungsphase von etwa sechs Wochen erforderlich, damit das neu gebildete Gewebe stabil einheilen kann.

In der Rehabilitationsphase helfen darüber hinaus

  • eine gezielte Kräftigung der gelenkstabilisierenden Muskulatur,
  • Dehnübungen zur Mobilitätserhaltung sowie
  • Propriozeptionstraining zur Verbesserung der Gelenkwahrnehmung.

Vor dem Eingriff informieren wir Sie genau über den zu erwartenden Verlauf und die individuelle Nachbehandlung.

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Oberärztin in der Wirbelsäulenmedizin
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Montag, 8:15 bis 11:00 Uhr