OSG-Arthrose: von der Ursache bis zur richtigen Therapie
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Die Arthrose des oberen Sprunggelenks entsteht in den meisten Fällen infolge früherer Verletzungen. In unserer Klinik behandeln wir das Beschwerdebild abgestimmt auf Ihren Befund und Ihre Alltagsanforderungen.
Definition und Entstehung von OSG-Arthrose
Die Arthrose des oberen Sprunggelenks (OSG) bezeichnet den krankhaften Verschleiß des Knorpels zwischen Sprungbein (Talus), Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula). Anders als bei der Hüfte oder dem Knie entsteht sie nur selten ohne erkennbaren Auslöser.
In den meisten Fällen liegt der OSG-Arthrose eine frühere Verletzung zugrunde. Diese sogenannte posttraumatische Arthrose entwickelt sich nach Brüchen im Sprunggelenkbereich oder nach Bandverletzungen, die nicht vollständig verheilt sind und zu einer chronischen Gelenkinstabilität geführt haben.
Seltener kommen folgende Ursachen vor:
- Primäre Arthrose ohne erkennbare Ursache
- Rheumatische Erkrankungen mit entzündlichem Gelenkbefall
- Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Hämochromatose
- Achsfehlstellungen, die zu ungleichmäßiger Gelenkbelastung führen
- Diabetischer Charcot-Fuß mit neuropathisch bedingter Gelenkzerstörung
Typische Beschwerden bei OSG-Arthrose
Die Beschwerden entwickeln sich meist über Jahre. In frühen Stadien stehen belastungsabhängige Schmerzen im Vordergrund, die nach längerem Gehen oder Stehen auftreten. Mit zunehmendem Knorpelverschleiß verstärken sich die Beschwerden:
- Anlaufschmerz und Ruheschmerz, besonders morgens oder nach längerem Sitzen
- Schmerzen nach längerem Gehen und Stehen, die in Unterschenkel oder Fuß ausstrahlen können
- Eingeschränkte Beweglichkeit des Sprunggelenks, vor allem bei der Aufwärtsbewegung des Fußes
- Gelenkreiben und -blockieren durch freie Gelenkkörper oder knöcherne Anbauten
- Schwellung und Überwärmung im Bereich der Knöchel
- Fehlstellung und hinkendes Gangbild in fortgeschrittenen Stadien
Durch einseitigen Knorpel- und Knochenabrieb kann sich das Sprunggelenk darüber hinaus zunehmend in eine Varus- oder Valgusfehlstellung verschieben. Diese Fehlstellung verstärkt die Ungleichbelastung und beschleunigt den Verschleiß weiter.
Diagnose der OSG-Arthrose
In der klinischen Untersuchung zeigen sich je nach Stadium eine eingeschränkte Beweglichkeit, Schwellung im Knöchelbereich und bei fortgeschrittenem Befund eine sichtbare Gelenkfehlstellung. Darüber hinaus gibt vor allem die Krankengeschichte wichtige Hinweise: Ein früheres Trauma ist oft der entscheidende Auslöser.
Neben der klinischen Untersuchung ist eine Röntgenaufnahme des belasteten Sprunggelenks in zwei Ebenen Teil der Diagnostik. In fortgeschrittenen Fällen zeigen sich hier typische Arthrosezeichen: Gelenkspaltverschmälerung, knöcherne Anbauten (Exophyten), Verdichtung des Knochens unterhalb des Knorpels (subchondrale Sklerosierung) und Gelenkdeformierung. Für die Beurteilung der Rückfußachse kommen ergänzend Spezialaufnahmen wie die Saltzman-Aufnahme zum Einsatz.
Bei fortgeschrittenen Befunden und zur präoperativen Planung ist eine Schnittbildgebung sinnvoll. Ein CT erlaubt eine präzise Darstellung der knöchernen Strukturen, ein MRT gibt zusätzlich Aufschluss über den Zustand der Weichteile und des verbleibenden Knorpels.
Konservative Behandlung der OSG-Arthrose
Die Behandlung einer OSG-Arthrose beginnt grundsätzlich konservativ. Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die die Gelenkbelastung reduzieren, die Beweglichkeit erhalten und Schmerzen lindern:
- Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente
- Schuhzurichtung mit Abrollhilfe und überknöchelhohem Schaft
- Knöchelstabilisierende Orthesen
- Physiotherapie: Kräftigung und Dehnung zur Mobilitätserhaltung
- Physikalische Maßnahmen wie Wärme und Kälte
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht
- Gezielte Injektion von Lokalanästhetika, Kortison oder Hyaluronsäure direkt ins Gelenk
Operation bei OSG-Arthrose
Wenn konservative Maßnahmen keine ausreichende Beschwerdelinderung mehr bringen, die Mobilität deutlich eingeschränkt ist oder eine Gelenkfehlstellung vorliegt, wird die operative Versorgung geprüft. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem Arthrosegrad, dem Ausmaß der Fehlstellung, dem Alter und den Anforderungen an das Gelenk:
- Arthroskopie: Freie Gelenkkörper oder Bewegungsblockaden durch knöcherne Anbauten (Impingement) lassen sich arthroskopisch entfernen. In günstigen Fällen kann das Fortschreiten der Arthrose dadurch verlangsamt werden.
- Supramalleoläre Umstellungsosteotomie: Bei Achsfehlstellungen kann eine Umstellungsosteotomie oberhalb des Knöchels die Beinachse korrigieren und für eine gleichmäßigere Belastung des Sprunggelenks sorgen. Dadurch wird der Knorpel entlastet und das Fortschreiten der Arthrose in günstigen Fällen verzögert.
- Arthrodese (Versteifung): Bei der Arthrodese wird das obere Sprunggelenk dauerhaft versteift. Bei erfolgreich versteiftem Gelenk sind in der Regel keine weiteren Eingriffe am OSG erforderlich. Der Nachteil liegt in der Einschränkung des natürlichen Gangzyklus durch die Stilllegung des Gelenks, die langfristig auch angrenzende Gelenke belasten kann.
- OSG-Prothese: Die Sprunggelenkprothese ersetzt den verschlissenen Gelenkknorpel und erhält die Beweglichkeit des Gelenks. Eine Verbesserung der Beweglichkeit gegenüber dem Zustand vor der Operation ist dabei jedoch in der Regel nicht zu erwarten. Die Standzeiten von Sprunggelenkprothesen sind bislang nicht mit denen von Hüft- oder Knieprothesen vergleichbar.
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