Minimal-invasive Therapie bei gutartiger Prostata­vergrößerung

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Eine gutartige Prostatavergrößerung (BPH) kann den Harnabfluss beeinträchtigen und zu belastenden Beschwerden führen. Moderne minimal-invasive Therapieverfahren bieten eine effektive Behandlungs­option zur Verkleinerung der Prostata, wenn Medikamente nicht mehr ausreichen.

Gutartige Prostatavergrößerung – Ursachen, Symptome und Therapieoptionen

Die gutartige Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, kurz: BPH) ist eine häufige altersbedingte Veränderung der Prostata. Sie ist keine Krebserkrankung, kann jedoch den Harnabfluss behindern und den Alltag deutlich beeinträchtigen.

Typische Beschwerden sind ein abgeschwächter Harnstrahl, häufiges nächtliches Wasserlassen oder das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung.

Zu Beginn werden die Beschwerden in der Regel medikamentös behandelt – so kann in frühen Phasen der Erkrankung eine Verkleinerung der Prostata ohne OP erzielt werden. Nehmen die Beschwerden jedoch zu, kommt es zu wiederholten Harnwegsinfekten oder sogar zu einem akuten Harnverhalt, wird eine operative Therapie notwendig.

In unserer Klinik setzen wir auf minimal-invasive Verfahren ohne Hautschnitt, die über die Harnröhre durchgeführt werden. Mit jährlich über 300 operativen Eingriffen bei BPH zählt unsere Urologie zu den erfahrenen Zentren in der Region.

Die Wahl des geeigneten Verfahrens erfolgt stets individuell und orientiert sich an Prostatagröße, Beschwerdebild und persönlichen Voraussetzungen. Ziel ist es, die Symptome nachhaltig zu lindern und gleichzeitig wichtige Funktionen bestmöglich zu erhalten.

Transurethrale anatomische Enukleation der Prostata (ThuLEP)

Die transurethrale anatomische Enukleation der Prostata (ThuLEP) zählt heute zu den effektivsten und zugleich schonendsten Verfahren zur operativen Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung – unabhängig von der Größe der Prostata.

In der Umgangssprache wird dieses Verfahren häufig als „Prostata schälen“ bezeichnet. Medizinisch korrekt handelt es sich um eine anatomische Ausschälung (Enukleation) des vergrößerten Prostatagewebes entlang der natürlichen Gewebeschichten.

In unserer Klinik verwenden wir hierfür den modernen Thulium Fiber Laser „Pulvis 60+“, der eine sehr präzise Gewebeabtragung ermöglicht. Gleichzeitig sorgt die exzellente Blutstillung für gute Sichtverhältnisse während des gesamten Eingriffs.

Ablauf und Vorteile der ThuLEP

Das überschüssige Prostatagewebe wird über die Harnröhre entlang der natürlichen anatomischen Schicht von der Prostatakapsel gelöst. Anschließend wird das Gewebe mithilfe eines Morcellators zerkleinert und vollständig geborgen. So ist stets eine feingewebliche (histopathologische) Untersuchung möglich.

Vorteile der ThuLEP:

Nach dem Eingriff wird für wenige Tage ein Katheter eingelegt, um den Urinabfluss zu sichern. In der Regel kann der Prostata-Katheter nach 2–4 Tagen entfernt werden.

Ausbildungs- und Hospitations­zentrum

Die Klinik für Urologie am Prosper-Hospital Recklinghausen ist offizielles Hospitationszentrum der Firma Richard Wolf. In dieser Funktion geben wir unsere Erfahrung mit modernen endoskopischen und laserbasierten Therapieverfahren der Prostata aktiv weiter.

Ärztinnen und Ärzte aus dem In- und Ausland haben bei uns die Möglichkeit, diese Verfahren im klinischen Alltag kennenzulernen und deren Anwendung unter realen Bedingungen zu begleiten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf minimal-invasiven Techniken, die eine schonende und zugleich effektive Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung ermöglichen.

Die Anerkennung als Hospitationszentrum unterstreicht die besondere Expertise unserer Klinik auf diesem Gebiet und den hohen Stellenwert strukturierter Ausbildung und Wissensvermittlung in unserem Haus.

Prostataarterienembolisation (PAE)

Die Prostataarterienembolisation (PAE) ist eine besonders schonende Behandlungsoption für Patient:innen, bei denen eine klassische urologische Operation nicht infrage kommt oder vermieden werden soll. Im Unterschied zu operativen Verfahren wird dabei kein Prostatagewebe entfernt.

Über einen kleinen Gefäßzugang in der Leistenregion werden unter radiologischer Kontrolle gezielt Prostataarterien verschlossen. Die dadurch verminderte Durchblutung führt langfristig zu einer Verkleinerung der Prostata und kann die Symptome der gutartigen Prostatavergrößerung deutlich lindern.

Die PAE wird in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Klinik für Radiologie durchgeführt.

Bipolare transurethrale Resektion der Prostata (bipolare TUR-P)

Die bipolare TUR-P ist eine seit Jahrzehnten bewährte minimal-invasive Methode zur Behandlung der mild bis moderat vergrößerten Prostata. Sie kommt insbesondere dann infrage, wenn eine operative Verkleinerung der Prostata notwendig ist, der Befund jedoch nicht für ein Enukleationsverfahren geeignet erscheint.

Der Eingriff erfolgt über die Harnröhre und kommt ohne äußere Schnitte aus. Überschüssiges Prostatagewebe wird dabei elektrochirurgisch mit Strom schrittweise abgetragen, um den Harnabfluss wieder zu verbessern und die typischen Beschwerden der gutartigen Prostatavergrößerung zu lindern.

Im Unterschied zur früheren monopolar durchgeführten TUR-P wird heute eine moderne bipolare Hochfrequenztechnik eingesetzt. Der Strom fließt dabei ausschließlich im Operationsinstrument selbst, was das Risiko von Nebenwirkungen reduziert. Durch die Verwendung von physiologischer Kochsalzlösung als Spülmedium kann zudem das sogenannte TUR-Syndrom vermieden werden.

Die bipolare TUR-P gilt weiterhin als etablierter Standard in ausgewählten Fällen und stellt eine zuverlässige und sichere Behandlungsoption dar, wenn eine schonende operative Therapie erforderlich ist.

REZŪM™-Therapie (Wasserdampf­therapie)

Mit dem REZŪM™-System steht eine weitere minimal-invasive Therapieoption für Männer mit einer Prostatagröße von etwa 30–80 ml zur Verfügung. Dabei wird gezielt Wasserdampf in das Prostatagewebe eingebracht, was einen kontrollierten Schrumpfungsprozess auslöst.

Besondere Vorteile der REZŪM™-Therapie

  • sehr kurzer Eingriff
  • geringe Komplikationsrate
  • Erhalt der Sexualfunktion, insbesondere der antegraden Ejakulation
  • auch für Patient:innen mit erhöhtem Narkose- oder Blutungsrisiko geeignet

REZŪM™ kann eine Alternative zur dauerhaften medikamentösen Therapie darstellen und ist auch bei ausgewählten Katheter-Dauerträgern eine erfolgversprechende Option.

Lernen Sie uns kennen

Unsere Experten

Prof. Dr. med. Marko Brock

Klinikdirektor
Stv. Leiter UroOnkologisches Zentrum
Standort Recklinghausen

Mustafa Akköze

Sektionsleiter Robotische Urologie
Standort Recklinghausen

Priv.-Doz. Dr. med. Julian Hanske

Stellv. Klinikdirektor
Leitender Oberarzt
Standort Recklinghausen

Dr. med. Mirco Brehmer

Oberarzt
Standort Recklinghausen

Ahmad Al Omar

Oberarzt
Standort Recklinghausen

Dr. med. David Lübbing

Oberarzt
Leiter UroOnkologisches Zentrum
Facharzt für Urologie
Standort Recklinghausen

Dr. med. Philipp Bakowski

Martina Günnewig

Regina Maeth

Andrea Marchetti

Dr. med. Jan Böhne

Dr. med. Leonard Netz

Kristina Vieth

Maike Buschmeier

Dimitrios Filinadas

Ahmed Younes

Lukas Böckmann

Sonja Junge

Klinik für Urologie

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Prosper-Hospital Recklinghausen

Mühlenstr. 27
45659 Recklinghausen

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Terminvereinbarung und Sprechstunden

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vor Ort oder per Videocall nach telefonischer Vereinbarung unter 02361 54-2950