Ergotherapie am Stiftungsklinikum PROSELIS
- St. Elisabeth-Hospital Herten
- Prosper-Hospital Recklinghausen
Unsere Ergotherapie in Recklinghausen und Herten
Im Mittelpunkt unserer ergotherapeutischen Arbeit steht die Wiederherstellung oder der Erhalt der Handlungsfähigkeit im Alltag: Wir stärken gezielt die Fähigkeiten, die für alltägliche Aktivitäten im sozialen, häuslichen und beruflichen Umfeld notwendig sind.
Dabei beziehen wir gezielt die Stärken, Ressourcen und die persönlichen Lebensumstände unserer Patient:innen mit ein. So entstehen nicht nur konkrete und alltagsnahe Therapieziele, sondern auch ein individueller Behandlungsplan, der die bestehenden Einschränkungen gezielt verbessert.
Können Tätigkeiten nicht mehr vollständig eigenständig ausgeführt werden, setzen wir unterstützend Hilfsmittel ein und trainieren deren sichere Handhabung innerhalb der Therapie – mit dem Ziel, größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen.
Stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgung
Unsere ergotherapeutischen Maßnahmen stehen Patient:innen im St. Elisabeth-Hospital Herten und im Prosper-Hospital Recklinghausen zur Verfügung. Je nach individueller Situation und therapeutischem Bedarf begleiten wir Menschen stationär, teilstationär und ambulant.
Die ambulante Ergotherapie erfolgt dabei auf Grundlage von Heilmittelverordnungen, BG-Verordnungen oder Privatverordnungen. Ergänzend bieten wir ausgewählte Kurse, zum Beispiel im Bereich der Sturzprophylaxe, an.
Unsere ergotherapeutischen Schwerpunkte
Ergotherapie ist ein vielseitiges und sehr individuelles Therapiefeld. Je nach Erkrankung, Verletzung oder persönlicher Lebenssituation setzen sich die Therapieziele unterschiedlich zusammen.
Deshalb arbeiten wir am Stiftungsklinikum PROSELIS mit verschiedenen therapeutischen Schwerpunkten, die gezielt auf die jeweiligen Einschränkungen und Bedürfnisse unserer Patient:innen abgestimmt werden.
Sensomotorisch-perzeptive Ergotherapie
In diesem Bereich steht das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung im Mittelpunkt. Ziel ist es, Sinneseindrücke besser zu verarbeiten und gezielt in Bewegungen umzusetzen – eine wichtige Voraussetzung für sichere, koordinierte Handlungen im Alltag.
Dementsprechend werden in diesem Schwerpunkt unter anderem folgende Fähigkeiten gefördert:
- Sensomotorik
- Feinmotorik und Geschicklichkeit
- Sensibilität
- Koordination
- Gleichgewicht
Motorisch-funktionelle Ergotherapie
Dieser Schwerpunkt befasst sich mit den geistigen Fähigkeiten, die für Orientierung, Planung und konzentriertes Handeln erforderlich sind. Ziel ist es, kognitive Funktionen zu stärken und den Umgang mit bestehenden Einschränkungen im Alltag zu erleichtern.
Entsprechend werden hier unter anderem folgende Fähigkeiten angesprochen:
- Merkfähigkeit
- Konzentration
- Ausdauer
- Aufmerksamkeit
- Orientierung
- Wahrnehmung
- Handlungsplanung
Kognitiv-neuropsychologische Ergotherapie
Dieser Schwerpunkt befasst sich mit den geistigen Fähigkeiten, die für Orientierung, Planung und konzentriertes Handeln erforderlich sind. Ziel ist es, kognitive Funktionen zu stärken und den Umgang mit bestehenden Einschränkungen im Alltag zu erleichtern.
Entsprechend werden hier unter anderem folgende Fähigkeiten angesprochen:
- Merkfähigkeit
- Konzentration
- Ausdauer
- Aufmerksamkeit
- Orientierung
- Wahrnehmung
- Handlungsplanung
Psychisch-funktionelle Ergotherapie
Im psychisch-funktionellen Bereich stehen emotionale Stabilität, Motivation und soziale Kompetenz im Vordergrund. Die Ergotherapie unterstützt dabei, innere Ressourcen zu stärken und den Alltag strukturierter und selbstbestimmter zu gestalten.
Dabei liegt der Fokus unter anderem auf folgenden Aspekten:
- Psychische Stabilisierung
- Stärkung des Selbstwertgefühls
- Antrieb und Motivation
- Kontaktfähigkeit
- Interaktionsfähigkeit
- Situationsgerechtes Verhalten
- Tagesstrukturierung
Alltagstraining in der Ergotherapie
Hier geht es um ganz konkrete alltägliche Handlungen, die für Selbstständigkeit und Lebensqualität entscheidend sind. Ziel ist es, diese Tätigkeiten möglichst eigenständig auszuführen oder passende Unterstützungen zu finden.
Im Rahmen der Ergotherapie werden dabei insbesondere folgende Alltagstätigkeiten berücksichtigt:
- Nahrungsaufnahme
- Körperpflege
- An- und Auskleiden
- Kommunikation
- Kulturtechniken
- Haushaltsführung
- Berufliche Tätigkeiten
- Freizeitaktivitäten
- Hilfsmittelnutzung
Ergotherapeutische Gruppentherapien
Ergotherapeutische Gruppentherapien bieten die Möglichkeit, gemeinsam zu trainieren, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Sie fördern sowohl funktionelle Fähigkeiten als auch soziale Interaktion und Motivation.
Je nach Schwerpunkt kommen dabei unter anderem folgende Gruppenangebote zum Einsatz:
- Kognitives Training
- Musikgeragogisches Gruppenangebot
- Kochgruppe
- Kreativangebote
- Funktionelle Gruppen
- Jahreszeitliche Projektgruppen
Neurologisch-, wahrnehmungs- und kognitionsorientierte Konzepte
Neurologische Erkrankungen wirken sich häufig auf Bewegung, Wahrnehmung und geistige Fähigkeiten aus. Alltägliche Handlungen, die zuvor selbstverständlich waren, können dadurch unsicher, unkoordiniert oder nur noch eingeschränkt möglich sein.
Mit den folgenden speziellen ergotherapeutischen Konzepten können die Verarbeitung von Sinneseindrücken, die Bewegungssteuerung und weitere kognitive Prozesse gezielt neu erlernt oder verbessert werden.
Bobath-Therapie
Das Bobath- Konzept basiert auf neurophysiologischen Grundlagen und auf der Annahme der „Plastizität des Gehirns“, das heißt, dass das Gehirn in der Lage ist, mit gesunden Regionen Aufgaben zu übernehmen, die zuvor von den nun erkrankten Regionen ausgeführt wurden.
Die Bobath-Therapie richtet sich an Menschen mit neurologischen Erkrankungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Durch gezielte Bewegungsanbahnung, Wahrnehmungsförderung und alltagsnahe Übungen unterstützt die Therapie dabei, Bewegungen wieder besser zu kontrollieren und alltägliche Handlungen Schritt für Schritt zurückzugewinnen.
Affolter-Therapie
Im Mittelpunkt der Affolter-Therapie steht die Wahrnehmung über Berührung und Bewegung, auch als „Spürsinn“ bezeichnet. Dieser liefert wichtige Informationen über den eigenen Körper und die Umgebung und ist eine grundlegende Voraussetzung für gezielte Handlungen im Alltag.
Ist diese Wahrnehmung eingeschränkt, können alltägliche Abläufe schwer planbar oder unsicher werden. In der Affolter-Therapie werden Handlungen deshalb therapeutisch geführt und begleitet. Durch dieses gezielte Führen können Handlungsschritte besser wahrgenommen, verstanden und schrittweise neu angebahnt werden – mit dem Fokus auf das Begreifen und Verarbeiten der Bewegung, nicht auf das bloße Ausführen.
Spiegeltherapie
Die Spiegeltherapie wird unter anderem bei Halbseitenlähmungen, schmerzhaften Bewegungseinschränkungen der Extremitäten sowie bei Wahrnehmungsstörungen und Phantomschmerzen nach Amputationen eingesetzt. Dabei wird ein Spiegel vor der Körpermitte positioniert, sodass die betroffene Extremität verdeckt bleibt.
Die Beobachtung der Bewegung der nicht betroffenen Körperseite kann dazu beitragen, Bewegungsabläufe neu anzustoßen, das Körpergefühl zu verbessern und Schmerzen positiv zu beeinflussen. Besonders bei starken Bewegungseinschränkungen ermöglicht die Spiegeltherapie ein Training, ohne die betroffene Extremität aktiv bewegen oder berühren zu müssen.
Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
Die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation ist ein therapeutisches Verfahren zur gezielten Förderung von Bewegungssteuerung und Muskelzusammenspiel. Durch bestimmte Bewegungsmuster, gezielte Grifftechniken sowie verbale und visuelle Impulse wird das neuromuskuläre System angesprochen und aktiviert.
Ziel der PNF ist es, Bewegungsabläufe zu verbessern, ungünstige Bewegungsmuster zu reduzieren und die Koordination zu fördern. Die Therapie orientiert sich dabei stets an funktionellen, alltagsrelevanten Bewegungen, sodass neu erlernte Abläufe gezielt in den Alltag übertragen werden können.
LiN-Lagerung in Neutralstellung
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Gedächtnistraining nach Dr. Stengel
Das Gedächtnistraining nach Dr. Franziska Stengel unterstützt dabei, geistige Fähigkeiten zu erhalten oder gezielt zu stärken – auch im Umgang mit bestehenden Gedächtnis- oder Konzentrationsproblemen.
Im Mittelpunkt steht ein ganzheitliches Denk- und Gedächtnistraining, das ohne Leistungsdruck auskommt. Durch abwechslungsreiche Übungen werden Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und Konzentration angeregt. Gleichzeitig fördert das Training den bewussteren Umgang mit der eigenen Wahrnehmung und unterstützt den Austausch und die Kommunikation in der Gruppe.
Geriatrische und demenzsensible Methoden
Mit zunehmendem Alter verändern sich körperliche, geistige und soziale Voraussetzungen. Mehrere Erkrankungen, nachlassende Selbstständigkeit oder veränderte Lebensumstände können den Alltag spürbar erschweren.
Geriatrische und demenzsensible Therapieansätze orientieren sich an vorhandenen Ressourcen, fördern Wohlbefinden und unterstützen die Teilhabe in den jeweils wichtigen Lebensbereichen.
Integrative Validation
Integrative Validation ist eine wertschätzende Haltung und eine besondere Form der Kommunikation in der Begleitung von demenzerkrankten Menschen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Korrekturen oder Erklärungen, sondern das Ernstnehmen der individuellen Wahrnehmung und Gefühlswelt.
Durch eine akzeptierende, bestätigende Sprache werden Bedürfnisse aufgegriffen, gespiegelt und anerkannt. So können vorhandene Ressourcen gestärkt, Vertrauen aufgebaut und Kommunikation erleichtert werden – mit dem Ziel, Wohlbefinden und Sicherheit im Alltag zu fördern.
Basale Stimulation
Jeder Mensch hat ein grundlegendes Bedürfnis nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation. Wenn diese durch Erkrankungen, etwa bei Demenz, eingeschränkt sind, können gezielte Sinnesanregungen – auch basale Stimulation genannt – helfen, die Orientierung zu unterstützen.
Durch den bewussten Einsatz von Berührungen, Klängen oder anderen Sinnesreizen wird der Alltag wieder stärker erfahrbar. Ziel ist es, Wohlbefinden zu fördern, Stress und Desorientierung zu reduzieren und Kommunikation auf einer basalen Ebene zu ermöglichen. Je nach Situation kommen dabei belebende oder beruhigende Impulse zum Einsatz.
Musikgeragogik
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Singleiterin für Senior:innen
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Motorische und funktionelle Methoden
Motorische Einschränkungen wirken sich auf viele Bereiche des Alltags aus – von der Beweglichkeit über die Kraft bis hin zur sicheren Ausführung alltäglicher Handlungen. Schmerzen, Verletzungen oder degenerative Veränderungen können dazu führen, dass gewohnte Bewegungsabläufe nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind.
Motorische und funktionelle ergotherapeutische Methoden sind darauf ausgerichtet, Bewegungen zu verbessern, Funktionen zu erhalten oder neue, alltagstaugliche Lösungswege zu entwickeln. Ziel ist es, körperliche Fähigkeiten so zu fördern, dass sie im Alltag wieder sicher und selbstständig eingesetzt werden können.
Handtherapie
Angeborene, traumatische oder degenerative Erkrankungen und Verletzungen der Hände können den Alltag und das Berufsleben deutlich einschränken. Ziel der Handtherapie ist es, die motorischen und sensiblen Funktionen der Hand zu verbessern oder wiederherzustellen.
Ist eine vollständige Wiederherstellung nicht möglich, werden gemeinsam individuelle Kompensationsstrategien entwickelt. Dazu gehören auch das Erproben und Trainieren geeigneter Hilfsmittel, um die Hand möglichst funktional einsetzen zu können.
Kinaesthetics
Kinaesthetics ist ein Konzept, das die Wahrnehmung von Bewegung in den Mittelpunkt stellt. Durch bewusstes Erleben und Verstehen eigener Bewegungsabläufe wird die Qualität von Bewegung im Alltag verbessert. Dabei geht es weniger um Kraft oder Tempo, sondern um ökonomische, gelenkschonende und individuell passende Bewegungen.
In der Ergotherapie unterstützt Kinaesthetics dabei, Bewegungen wieder sicherer und selbstständiger auszuführen. Gleichzeitig fördert das Konzept einen achtsamen Umgang mit dem eigenen Körper und hilft, Überlastungen zu vermeiden – sowohl bei Patient:innen als auch bei unterstützenden Personen.
Bewegtes Lagern
Bewegtes Lagern versteht sich als eine aktive Form der Positionsunterstützung, die Beweglichkeit fördert, statt sie einzuschränken. Mithilfe geeigneter Unterstützungsmittel wird der Körper so gelagert, dass natürliche Bewegungsimpulse möglich bleiben und Eigenaktivität angeregt wird.
Im Gegensatz zu starren Lagerungsschemata orientiert sich das bewegte Lagern an den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Patient:innen. Ziel ist es, Selbstständigkeit zu erhalten, Bewegungen zu erleichtern und ein besseres Körpergefühl zu unterstützen – auch in Ruhephasen.
Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson
Die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson ist ein bewährtes Entspannungsverfahren, bei dem einzelne Muskelgruppen bewusst angespannt und wieder gelöst werden. Durch diesen Wechsel von Anspannung und Entspannung kann die Körperwahrnehmung verbessert und ein Zustand tieferer Entspannung erreicht werden.
Die Methode ist leicht erlernbar und lässt sich sowohl im Sitzen als auch im Liegen durchführen. Sie kann dabei unterstützen, Stress abzubauen, innere Unruhe zu reduzieren und den Körper insgesamt wieder besser wahrzunehmen – mit dem Grundgedanken, dass körperliche Entspannung auch zur mentalen Entlastung beiträgt.
Häufige Fragen zur Ergotherapie
Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie im Stiftungsklinikum PROSELIS?
Ziel der Ergotherapie im Stiftungsklinikum PROSELIS ist es, Patient:innen dabei zu unterstützen, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu erhalten oder zurückzugewinnen. Dabei stehen alltagsrelevante Fähigkeiten im Mittelpunkt – etwa Beweglichkeit, Wahrnehmung, kognitive Funktionen oder die sichere Bewältigung alltäglicher Tätigkeiten. Die Therapie richtet sich stets nach der individuellen Situation, den persönlichen Zielen und den vorhandenen Ressourcen.
Welche Erkrankungen oder Einschränkungen werden in der Ergotherapie behandelt?
Die Ergotherapie begleitet Menschen mit sehr unterschiedlichen Einschränkungen. Dazu zählen unter anderem neurologische Erkrankungen, altersbedingte Veränderungen, kognitive sowie motorische Einschränkungen nach Verletzungen oder Operationen. Ziel ist es, Fähigkeiten zu fördern, die für den Alltag, das soziale Umfeld und das Berufsleben wichtig sind.
Benötige ich eine Verordnung für Ergotherapie?
Für die ambulante Ergotherapie ist in der Regel eine ärztliche Verordnung erforderlich. Diese kann als Heilmittelverordnung, BG-Verordnung oder Privatverordnung ausgestellt werden. Bei einem stationären oder teilstationären Aufenthalt ist die ergotherapeutische Behandlung Teil des therapeutischen Gesamtkonzepts. Bei Fragen zur Verordnung hilft das Team der Ergotherapie gerne weiter.
Kann ich Ergotherapie in Herten und in Recklinghausen in Anspruch nehmen?
Ja. Die Ergotherapie des Stiftungsklinikums PROSELIS steht Patient:innen sowohl im St. Elisabeth-Hospital Herten sowie im Prosper-Hospital Recklinghausen zur Verfügung – je nach Bedarf stationär, teilstationär oder ambulant. Damit ist Ergotherapie in Recklinghausen und Herten wohnortnah möglich.
An wen kann ich mich bei Fragen zur Ergotherapie im Stiftungsklinikum PROSELIS wenden?
Bei Fragen zur Ergotherapie können Sie sich direkt an das Stiftungsklinikum PROSELIS wenden. Die Mitarbeiter:innen informieren Sie gerne zu Behandlungsmöglichkeiten, Verordnungen, Abläufen und Standorten. Auch während eines stationären Aufenthalts stehen die therapeutischen Teams als Ansprechpersonen zur Verfügung.